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Klimaneutralität

Was bedeutet Klimaneutralität?[Bearbeiten]

Klimaneutralität bedeutet Netto Null Treibhausgasemissionen - es werden also nur so viele Klimaschadstoffe ausgestoßen, wie im selben Jahr auch wieder aus der Atmosphäre entfernt werden, unter dem Strich also eine Null steht. Die Aufnahme aus der Atmosphäre geschieht in sogenannten Senken, also Wäldern, Mooren und auch Grasländern. Da negative Emissionen äußerst teuer und mit zahlreichen Risiken verbunden sind, muss die oberste Priorität daher die Reduktion aller Emis­sionen im Stadtgebiet Kassels sein. Das betrifft einerseits die Eliminierung der CO2-Emissionen aus fossilen Energie­trägern in Fahrzeugen, Heizungen und Kraftwerken. Genauso umfasst dies aber Lachgas- und Methan-Emissionen aus der Tierhaltung und Stickstoffdüngung. Auch die industriellen Emissionen der vier weiteren im Kyoto-Protokoll beschriebenen Treibhausgase müssen drastisch reduziert werden. Gleichzeitig müssen die Kohlenstoffspeicher in Vegetation und Boden vergrößert werden.

Negative Emissionen[Bearbeiten]

Die Berechnung der dennoch am Ende wohl nötigen negativen Emissionen ist wissenschaftlich und politisch noch stark in der Diskussion. Es ist klar, dass gewisse Kompensationen (für nicht ersetzbare Prozesse) und Ausgleiche (bei Überschreitung des eigenen Budgets) erforderlich sein werden – doch wie gehen wir politisch verantwortlich damit um? Aus verschiedenen Gründen können wir nicht auf die Option eines „Freikaufens“ von den geforderten Reduktions­ver­pflich­tungen ab 2030 im fernen Ausland zielen. Ein globales, auf Dauer angelegtes Freikaufen kann in einer zukünftigen Netto-Null-Welt nicht funktionieren, da es dazu Länder bräuchte, die dauerhaft in ihrer Bilanz zu Kohlenstoffsenken werden. Auch kann das Kriterium der „Zusätzlichkeit“ (Vermeiden von Doppelbuchungen) von Maßnahmen im Ausland kaum verlässlich garantiert werden.

Folgende Grundsätze müssen für negative Emissionen gelten:

  • Sie sollten nur da zur Anwendung kommen, wo die zu kompensierenden Emissionen von essentieller Bedeutung für die Gesellschaft sind und technisch keine Alternative besteht,
  • es sollten daher zur Zielerfüllung insbesondere keine Verpflichtungen dauerhaft ins Ausland verlagert werden, da die Verantwortung lokal und national getragen werden soll,
  • dauerhafte Einlagerung der angerechneten Emissionen muss auch von jenen verbindlich kontrolliert werden, die sie buchhalterisch in Anspruch nehmen,
  • für die Gewinnung von Negativemissionen im Ausland ist nachzuweisen, dass sie weder zu lokalen Konflikten führt, noch es zu Ungerechtigkeitsverhältnissen hinsichtlich bspw. der Landnutzung kommt,
  • weitere Kriterien führt der Klimaplan GermanZero auf (GermanZero 02/2020: der 1,5-Grad-Klimaplan für Deutschland, S. 46ff): Innovation, Vorbildhaftigkeit, Partnerschaftlichkeit, keine Verzögerung der eigenen Minderungsbemühungen

Bislang besteht kein Zertifizierungs-System, dass diese Kriterien berücksichtigt. Die bestehenden Zertifizierungssysteme (VCS, darauf aufbauend Gold Standard) sind nicht geeignet. Stattdessen sollte die Entwicklung eines zuverlässigen Zertifizierungssystems abgewartet werden.

Hier noch ein Erklärvideo zur Klimaneutralität: Klimaneutralität einfach erklärt | green:screen