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Restbudget der Stadt Kassel

Das Pariser Klimaabkommen aus dem Jahr 2015 sieht eine Reduktion klimaschädlicher Treibhausgasemissionen für die Weltgemeinschaft vor, damit die globale Erhitzung unter 1,5 °C bleibt.

Dieses Ziel wurde beschlossen, da sonst zu befürchten ist, dass Kippelemente des Öko- und Klimasystems ausgelöst werden. Überschreiten wir diese 1,5 °C Erhitzung, kann eine Spirale des sich selbst verstärkenden Klimawandels entstehen. Die Bundesrepublik hat dieses Papier unterschrieben.

Die CO2-Uhr des MCC veranschaulicht, wieviel CO2e (CO2-Äquivalente) weltweit noch in die Atmosphäre abgegeben werden darf, um die globale Erwärmung auf maximal 1,5°C zu begrenzen. Wie wenig das ist, verdeutlicht eine Studie der University of California, Irvine, von 2019. Nach dieser Studie wird dieses Budget bereits durch die bis jetzt gebauten Emittenten wie Kraftwerke und Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor aufgebraucht, wenn diese wie geplant bis zum Ende ihres Lebenszyklus betrieben werden. Das 1,5°C-Ziel wäre dann schon jetzt verfehlt [Link] Ausgehend von dem globalen Restbudget basierend auf dem IPCC Bericht von 2021 haben wir den Anteil der CO2 Emissionen, die die Stadt Kassel noch ausstoßen darf, ausgerechnet. Daraus ergibt sich folgendes:

Kassels Restbudget: 8.786.400 Tonnen CO2e



Im Folgenden wird die Berechnung des uns zustehenden CO2 -Budgets stichpunktartig erläutert:

  • Laut dem IPCC-Bericht1 von 2021 hat die Weltgemeinschaft ab 01.01.2020 ein Emissions-Budget von 400 Gigatonnen an CO2e, um mit einer Wahrscheinlichkeit von 67% unter einer Erwärmung von 1,5 Grad zu bleiben.
  • Deutschland hat einen Anteil von 1,1 % an der Weltbevölkerung.
  • Dementsprechend standen Deutschland Anfang 2020 4,4 Gigatonnen CO2e zu.*
  • Im Jahr 2020 hat Deutschland 0,739 Gt CO2e emittiert2.
  • Anfang 2021 stehen Deutschland (83,1 Millionen) somit noch etwa 3,661 Gigatonnen CO2e zu.
  • 0,24 % der deutschen Bevölkerung (204.059) leben in Kassel.
  • Damit steht Kassel ab 2021 ein Rest-CO2-Budget von 0,0087864 Gt zu.
  • Das entspricht ca. 8.786.400 Tonnen CO2e.


* Berücksichtigt man (Klima-)Gerechtigkeitsaspekte und damit die Tatsache, dass die Industrieländer in den letzten Jahrzehnten bereits sehr viel Treibhausgase emittiert haben, müsste dieser Wert deutlich niedriger angesetzt werden. Quellen:

1IPCC Bericht 2020: https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimawandel/weltklimarat-ipcc/sonderbericht-des-weltklimarates-ueber-15degc

2THG-Emissionen 2020: https://www.bmu.de/pressemitteilung/treibhausgasemissionen-sinken-2020-um-87-prozent/


Wie aus dem Reality Check aus der Kasseler Klimabewegung hervorgeht, kann alleine durch Betrachtung einzelner Fail-Bereiche aufgezeigt werden, dass das Restbudget niemals eingehalten wird, wenn nicht schnellstmöglich drastischere Maßnahmen ergriffen werden.


THG aus Tierproduktkonsum pro Jahr, aktueller Stand: 322.502 t CO2e? THG aus Tierproduktkonsum von 2022 bis 2030 (8 Jahre): 2.580.016 t CO2 (322.502 * 8) Resultierendes Restbudget: 2.819.984 t CO2e (=5.400.000 - 2.580.016) -> Alleine die Nicht-Reduktion dieser Emissionen führt zu einem Aufbrauchen knapp einer Hälfte des Restbudgets bis 2030. (siehe dazu auch https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/klima-studie-warum-unsere-ernaehrung-ein-problem-ist-a-8954fdda-2fa6-428b-9fd7-690654fed1bc, "Demnach werden allein bei der globalen Produktion von Nahrungsmitteln so viele Treibhausgase ausgestoßen, dass diese Emissionsmengen nach aktuellem Stand ausreichen würden, um das 1,5-Grad-Klimaziel zu verfehlen")