Verringerung der Raumtemperatur auf maximal 19°C

Was ist das Problem?[Bearbeiten]

Was ist die Maßnahme?[Bearbeiten]

Die Raumtemperatur aller fossil beheizten Räume der Stadt Kassel und ihrer Betriebe wird in der Heizperiode auf maximal 19°C Innentemperatur begrenzt. Dem Ausschuss für Umwelt und Energie wird jährlich über den Erfolg der Maßnahme berichtet.

An wen richtet sich die Maßnahme?[Bearbeiten]

Gemeint sind alle Gebäude, die das Amt für Hochbau und Gebäudebewirtschaftung, die KVV und KasselWasser verwalten (eigene und angemietete Gebäude) – also Rathaus, Bürgerhäuser, Schulen, Kindergärten, Kindertagesstätten, Sporthallen, Stadtbücherei, Botanischer Garten (Umwelt- und Gartenamt), Waldschule, Jugendhäuser, Gebäude von Kasseler Verkehrs-und Versorgungs-GbmH (KVV) und KasselWasser, Stadtreiniger, Schwimmbäder usw.

Mit welchen Schritten und in welchem Zeitraum kann die Maßnahme konkret umgesetzt werden?[Bearbeiten]

Die Maßnahme wird durch eine Aufklärungskampagne bei Beschäftigten, Schulklassen und Eltern von Kindergartenkindern begleitet, Stichworte: Wie kleide ich mich klimaangepasst? Das Zwiebelschalen-Prinzip. Zwei Socken übereinander, eine aus Baumwolle, darüber eine aus Wolle. Über dem Hemd oder der Bluse die Weste oder der Pullover aus Wolle. Wenn es zu warm ist, ziehe ich die obere Schicht aus. Dein persönlicher Beitrag zum Klimaschutz!

Die Maßnahme wurde umgesetzt durch die Abteilungen für Gebäudebewirtschaftung der Stadtverwaltung bzw. in den Eigenbetrieben: Schulung und Dienstanweisung an die Hausmeister*innen, Verringerung der Vorlauf-Temperatur der Heizsysteme, Einbau programmierbarer Thermostatventile bei allen nicht durchgängig genutzten Räumen (z.B. Schulen).

Die Hausmeister sind für die Einstellung der Heizungsventile bzw. die Raumtemperatur inkl. der Temperaturkontrolle zuständig.

Kosten[Bearbeiten]

Eigentlich sollten bereits seit Jahren fortgeschrittene Heizungsregelungen bestehen, da bei einer „ganzheitlichen und professionellen Gebäudebewirtschaftung“ (Amt für Hochbau und Gebäudebewirtschaftung auf der Portalseite der Stadt Kassel) und bei einem Betrieb wie der KVV, der laut seiner Portalseite „Nachhaltig aus Tradition“ ist, ohnehin und immer schon die Temperatur aller Innenräume gesteuert wird. Allerdings ist angesichts des Sanierungsstaus auch für diese hocheffektive Einzelmaßnahme von rund 100.000 € Investitionsbedarf für moderne Heizungsregelung stadtweit auszugehen. Investitionskosten für die Umstellung auf erneuerbare Heizenergie und den Einbau von Regelsystemen amortisieren sich innerhalb einiger Jahre, u.a. da neue Heizsysteme weniger Energie brauchen und keine CO2-Emissionszertifikate gekauft werden müssen. Im Sinne „rentierlicher Kredite“ sollten solche Investitionen auch auf Kreditbasis hin vom Land genehmigt werden.

1.000 € für die Erstellung einer schriftlichen Handreichung und Dienstanweisung der Hausmeister

50.000 € für die Aufklärungskampagne

Wie hoch ist das Klimaschutzpotenzial dieser Maßnahme einzuschätzen?[Bearbeiten]

Pro verringertem Grad Innentemperatur werden rund 7% der Brennstoffe und damit auch deren Kosten eingespart. Bei 3,8 Mio. € jährlichen Wärmekosten (53% von 7,3 Mio. € Energiekosten laut Haushalt 2020) in den Liegenschaften des Amts für Hochbau und Gebäudebewirtschaftung können so durch Verhaltensänderung ohne nennenswerte Investitionen bis zu 250.000 € jährlich gespart werden.

Durch die Beschränkung der Temperaturreduzierung auf fossil beheizte Räume wird der Druck erhöht, auf erneuerbare Heizenergie umzusteigen.

Die Maßnahme bietet die Gelegenheit, alte Heizungssysteme zu modernisieren, z.B. alte Heizkörper mit An-/Aus-Reglern gegen (programmierbare) Thermostatventile auszutauschen, Regelung mit Hilfe von Temperaturfühlern in einzelnen Räumen und Wetter-Sensoren. Sie ist auch ein Anlass einer Kampagne für eine energetische Gebäudesanierung, s. dort.

Die veralteten Heizungssysteme werden von Kasseler Handwerksbetrieben modernisiert. Als Wirtschaftsförderung erhöht dies die Gewerbesteuereinnahmen im kommunalen Haushalt.

Die Maßnahme erhöht also durch die Energieeinsparungen die insgesamt zur Verfügung stehenden Mittel für andere Klimaschutzmaßnahmen im städtischen Haushalt.

Gibt es Bezüge zu anderen Maßnahmen?[Bearbeiten]

Welche Risiken hat diese Maßnahme (insbesondere bezüglich sozialer, globaler oder Generationengerechtigkeit)?[Bearbeiten]

Einzelne Beschäftigte sowie Schülerinnen und Schüler haben eine höhere Wohlfühltemperatur. Zu Anfang der Maßnahme sind daher Proteste zu erwarten. Technische Maßnahmen reichen jedoch bei weitem nicht aus, die Klimakrise zu lösen. Es bedarf auch einer Änderung des Lebensstils. Die Stadt kann und muss hier wiederum vorangehen, sollte dies jedoch mit einer umfassenden Aufklärungskampagne verbinden.

Welche positiven Nebeneffekte bringt diese Maßnahme mit sich?[Bearbeiten]

Wie ist der aktuelle Stand dieser Maßnahme?[Bearbeiten]